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Fieberkrampf

Was ist ein Fieberkrampf? Ein Fieberkrampf ist ein zerebraler Anfall, der durch einen plötzlichen Temperaturanstieg (wie er bei Fieber vorkommt), ausgelöst wird. Wichtig ist dabei nicht die Höhe des Fiebers, sondern der schnelle Anstieg. Es kann also durchaus vorkommen, dass das Kind schon bei 38,3° einen Krampfanfall bekommt, z. B. dann, wenn es gerade erst einen fieberhaften Infekt entwickelt. Im Prinzip entdeckt man dann mit dem Krampf erstmalig, dass das Kind überhaupt Fieber bekommen hat. Fieberkrämpfe kommen bei Kindern ab 6 Monaten und bis 5 Jahre vor und stehen im Zusammenhang mit der Anfallsanfälligkeit des kindlichen Gehirns. Die Hoch-Zeit liegt zwischen dem 14. und 18. Lebensmonat. Normalerweise bleibt ein Fieberkrampf ein einmaliges Ereignis, sehr oft wird er durch das Drei-Tage-Fieber (welches auch nur einmalig auftritt) ausgelöst. Wie erkenne ich einen Fieberkrampf? Ein Fieberkrampf beginnt mit einem plötzlichen Bewusstseinsverlust und einer kompletten Versteifung des Körpers. Nach 10-30 Sekunden beginnt das Kind unkontrolliert zu zucken. Begleitend kann es sein, dass das Kind Gurgel- und Schmatzlaute von sich gibt, unkontrolliert Grimassen schneidet, die Augen wild verdreht bzw. ganz starr hält und vielleicht sogar blau anläuft. In seltenen Fällen sackt das Kind (ohne zu zucken) in sich zusammen und ist schlapp und leblos. Das Ganze sieht wirklich lebensgefährlich aus und schockt die Eltern zutiefst. Gerade das kurze Luftanhalten, welches möglicherweise durch die Verkrampfung auftritt, lässt Eltern verständlicherweise schnell in Panik geraten. Glücklicherweise ist unser Körper von der Natur aus so genial ausgestattet, dass selbst starke Verkrampfungen des Körpers vom Atemreiz, der vom Atemzentrum des Gehirns ausgeht, gleichwohl überschrieben wird, d. h. das Kind beginnt sehr schnell von allein wieder zu atmen. Der Krampf dauert normalerweise nur wenige Minuten, durchschnittlich zwei bis drei. Es gibt einen atypischen Verlauf des Krampfes, bei dem dieser bis zu 15 Minuten dauern kann, deshalb ist es sinnvoll, die Zeit im Auge zu behalten, um hinterher dem Kinderarzt möglichst genau Auskunft geben zu können. Nach dem Anfall folgt meist eine kurze Phase der Benommenheit beim Kind.


Dieses Video zeigt einen Fieberkrampf:


Quelle: Youtube: our4kidz





Da eine Abgrenzung von anderen krampfartigen Anfällen wie Epilepsie, Ohnmacht, Hirnhautentzündung oder Schüttelfrost für den Laien nicht einfach ist, sollte in jedem Fall der Kinderarzt, wenn nicht sogar der Notarzt, zu Rate gezogen werden. Normalerweise ist der Anfall bereits vorbei, wenn der Notarzt eintrifft, trotzdem ist es ratsam, abklären zu lassen, ob es wirklich ein Fieberkrampf oder etwas anderes war. Das Krankenhaus wird euch über Nacht dabehalten und euer Kind beobachten, so dass ihr euch von dem Schrecken erholen könnt. Was kann ich während eines Fieberkrampfes tun? Am besten, ihr legt euer Kind dorthin, wo es sich während des Krampfes nicht weh tun kann. Spitze Kanten, Ecken, und andere gefährliche Gegenstände sollten aus der Reichweite des Kindes entfernt werden. Sollte das Kind stark speicheln oder erbrechen, könnt ihr es in die stabile Seitenlage legen, damit alles abfließen kann. Es hilft absolut nicht, dem Kind kalte Lappen auf die Stirn zu legen oder zu versuchen, einen Fiebersaft oder ein Fieberzäpfchen in das Kind zu zwingen. Ebenso sollte man vermeiden, die krampfenden Arme und Beine des Kindes festzuhalten, oder zu versuchen, etwas in den Mund zu schieben, damit sich das Kind nicht auf die Zunge beißt. Es ist schwer, aber ihr müsst einfach Ruhe bewahren und abwarten. Hilfreich bei der Diagnose später ist es, ein Video vom Fieberkrampf zu machen. So kann der Arzt erkennen wie der Krampf verläuft und ob es wirklich ein Fieberkrampf ist oder etwas anderes. Außerdem hält das Video zudem die genaue Zeit des Krampfes fest. Auch für die Eltern kann das Video im Nachhinein besser sein zur Verarbeitung. Ein Fieberkrampf sieht schrecklich aus, ist aber eigentlich harmlos. Vorbeugung eines Fieberkrampfes ist nicht möglich.


Autor Lisa Küllmer

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